Der Coaching-Podcast, Folge 85: Mach dich nicht kleiner, als du bist!

Warum du es wert bist, gesehen zu werden, und wie dir das gelingt. Darum geht es in Folge 85 ihres inspirierenden Podcasts von und mit Maja Günther.

Der Coaching-Podcast, Folge 85: Mach dich nicht kleiner, als du bist!
© PAL Verlag, unter Verwendung eines Fotos von unsplash.com

In dieser Folge geht es darum, wie du dich gibst. Wie viel zeigst du von dir? Was für ein Typ bist du – eher introvertiert oder extrovertiert? Wann bist du schüchtern und versteckst dich lieber?

Werde sichtbar – in einem guten Maß

Es ist im Leben nicht immer leicht, das richtige Maß für die eigene Sichtbarkeit zu finden. Jeder Mensch hat ein bestimmtes Gefühl für das, was er von sich zeigt. Jeder hat eine innere Grenze, was er von sich zeigen will und was nicht. Dieses Gefühl und diese Grenze liegen bei jedem woanders. Es gibt keine allgemein gültige Regel, ab wann wir zu introvertiert oder zu extrovertiert sind. Wir müssen die Balance zwischen Schüchternheit und Exaltiertheit finden. Und wir sollten immer mal wieder unsere eigenen Grenzen überprüfen und uns über den Tellerrand hinauswagen. Denn gerade schüchterne Menschen laufen Gefahr, dass sie sich nicht trauen in Kontakt mit anderen zu treten. Sie fühlen sich in der Regel einsamer als extrovertierte Menschen.

Es gibt noch einen Aspekt, warum es sich lohnt, mehr aus sich herauszukommen. Wer sich zeigt, kann auch von anderen gesehen werden. Je mehr wir uns verstecken und je weniger wir von uns preisgeben, desto weniger wissen andere von uns und desto größer ist die Gefahr, dass über uns spekuliert wird. So wird ein riesiger Raum für Interpretationen geöffnet. Außerdem kann es für unser Gegenüber sehr verunsichernd sein, wenn wir nichts oder wenig von uns zeigen. Jeder von uns will andere Menschen einschätzen können und dazu ist es wichtig, sie kennenzulernen. Das wiederum können wir nur, wenn wir uns selbst aus uns raus wagen.

Übung: Wage dich aus deinem Schneckenhaus

Kennst du das auch, dass es dich eine riesige Überwindung kostet, etwas von dir zu erzählen? Gefühle offen zu zeigen, fällt dir schwer und du bist schnell verunsichert, wie das auf die anderen wirkt. Du machst dir tausend Gedanken, was andere über dich denken. Oder du fühlst dich schnell unwohl, wenn andere sich zu sehr auf dich konzentrieren oder du im Mittelpunkt stehst. 
Vielleicht kennst du die Situation aber auch aus der anderen Perspektive: Du sprichst mit jemandem, der schüchtern ist und wenig von sich preisgibt. Du fühlst dich verunsichert und weißt nicht, wie du auf die Person zugehen sollst, weil du ihre Verunsicherung spürst.

In jedem Fall ist es hilfreich, uns bewusst zu machen, dass wir nur das vom Gegenüber sehen, was es bereit ist zu zeigen. Wenn du die oder der Introvertierte bist, dann wäge ab, ob du deine eigenen Grenzen etwas erweitern und mehr von dir präsentieren willst. Überlege dir, seit wann du introvertiert bist. Nimm dir dafür Zeit zum Reflektieren. Manchmal haben wir uns in der Kindheit ein Verhaltensmuster angewöhnt, das später eigentlich nicht mehr zu uns passt. Wir behalten es aus Gewohnheit bei und auch, weil wir uns damit sicher fühlen. Stelle dir die Frage: Was könnte im schlimmsten Fall passieren, wenn du dich mehr zeigst? Überlege dir eine für dich erträgliche Situation, in der du ausprobieren kannst, mehr aus dir herauszugehen. Probiere es aus und beobachte, was passiert.

Tue Gutes und sprich darüber

Ziel der Übung ist es, nicht nur aus Bequemlichkeit oder weil es eben schon immer so ist, ein introvertierter Mensch zu bleiben. Wir alle lernen durch unsere Erfahrungen und wir verändern uns ständig. Sicher hast auch du viel zu sagen, viel zu geben und viele gute Ideen, die vergeudet wären, wenn du sie nicht anbringen könntest. So könnten auch andere von deinen Gedanken und Erfahrungen profitieren. 

Wenn du die- oder derjenige bist, die oder der es mit einem nach Innen gekehrten Menschen zu tun hat, dann vermeide es, den Menschen von außen einzuschätzen und zu interpretieren, wie sie oder er aus deiner Sicht sein könnte. Nimm das, was du wirklich über die andere Person weißt als Grundlage, sie kennenzulernen. Du kannst auch überlegen, persönliche Fragen zu stellen, um etwas mehr zu erfahren. Achte dabei auf die Grenzen deines Gegenübers. Wenn dein Gegenüber signalisiert, dass ihm oder ihr die Frage zu viel ist, dann lasse es dabei beruhen. Es kommt dabei auf die Intensität der Beziehung an, die du zu dem Menschen hast. Manchmal ist es gut, jemand anderen rückzumelden, dass es verunsichernd ist, wenn du wenig Informationen von ihm bekommst.

Gib auch den anderen Raum

Und dann gibt es da noch die Extrovertierten, die sich gerne zeigen und vielleicht zu viel preisgeben oder zu aufdringlich rüberkommen. Sie werden in der Regel als selbstbewusst, manchmal als zu überzeugt von sich oder sogar als Angeber empfunden. Ein entscheidender Unterschied zwischen Introvertierten und Extrovertierten ist, dass Introvertierte eher selbst darunter leiden, zurückgezogen zu sein, sich schnell einsam und unwichtig fühlen. Extrovertierte dagegen leiden nicht selbst, hier leiden eher die anderen, die sie als zu viel empfinden. Wenn du den Eindruck bekommst, auf andere zu extrovertiert zu wirken, kannst du auch nachjustieren und dich bewusst zurücknehmen, etwa in der Anzahl deiner Beiträge, der Lautstärke deiner Stimme oder in der Auswahl der Themen. Ein gesundes Maß an Zurückhaltung mit den eigenen Themen gibt anderen mehr Raum für ihre eigenen und die Möglichkeit, mehr aus sich heraus zu kommen.

Ich wünsche dir ein gutes und gesundes Maß an Sichtbarkeit. Verstecke dich nicht, mach dich nicht klein, denn du bist es wert, gesehen und gehört zu werden!

Deine

Maja Günther

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