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Ein Reporter wollte herausfinden, was Menschen unter Glück verstehen und was es braucht, um glücklich zu sein. Er besuchte einen sehr reichen Mann und fragte ihn, ob und warum er glücklich sei. Dieser antwortete: "Ja, ich bin glücklich, weil ich all das habe" und er zeigte mit einer Handbewegung auf sein großes und prächtiges Anwesen.
Als nächstes besuchte der Reporter ein Ehepaar mittleren Alters, das in einem Vorort lebte und stellte ihnen dieselbe Frage. "Wir sind glücklich, weil wir uns lieben und eine kleine Tochter haben, die uns viel Freude macht".
Als Letztes besuchte er eine arme Frau, die in einem heruntergekommenen Haus lebte und stellte ihr die Frage. Die Frau lächelte und antwortete: "Ich bin glücklich, weil ich vieles habe, für das ich dankbar sein kann. Ich lebe, ich habe ein Dach über dem Kopf und ich habe das große Glück, 3 Kinder zu haben". Sie ging zum Fenster und zeigte auf einen schmuddeligen Hinterhof, auf dem Kinder spielten und lachten und sie sagte: "und ich kann mich an all dem erfreuen".
Glück hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du hast;
es hängt nur davon ab, was du denkst.
- Dale Carnegie -
Das Glück lauert überall. Manchmal müssen wir uns nur umschauen oder uns Dinge bewusst machen, die wir für selbstverständlich halten. Auf jeden Fall aber existiert das Glück ebenso wie die Schönheit nur in den Augen des Betrachters, d.h. jeder von uns muss selbst entscheiden, was für ihn Glück bedeutet. Deshalb gibt es auch viele Wege zum persönlichen Glück, die jeder für sich selbst finden muss.
Das heißt aber auch, dass unser Glück in unserer Hand liegt. Es sind nicht die Umstände, die über unser Glücklichsein entscheiden. Zufrieden und glücklich sein heißt nicht, keine Probleme zu haben. Es bedeutet, dass man lernt, mit ihnen umzugehen und ihnen nicht erlaubt, dass sie den Blick für die Dinge trüben, über die man glücklich und zufrieden sein kann.
In unserem Körper sind eigene Schaltungen für Freude, Lust und Euphorie eingerichtet. So wie wir mit der Fähigkeit zu sprechen, auf die Welt kommen, sind wir auch für gute Gefühle programmiert. Auch als Erwachsene verändert sich unser Gehirn konstant weiter. Wann immer wir etwas lernen, verändern sich die Schaltkreise in unserem Gehirn. Nicht nur Gedanken, sondern auch Emotionen bringen diese Umbauten in Gang. Mit den richtigen Übungen können wir unsere Glücksfähigkeit steigern. Wir können unsere natürliche Anlage für die guten Gefühle trainieren, so wie wir eine Fremdsprache lernen. Positive Gefühle lassen die Nervenverbindungen im Gehirn wachsen.
- Positive Gefühle können negative Gefühle vertreiben.
- Glück währt nicht ewig, wir können aber dafür sorgen, dass wir mehr Glücksmomente erleben
- Es ist weniger wichtig, was man erlebt, als wie man es erlebt.
Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen,
sondern unsere Sicht der Dinge.
Es sind nicht die Lebensbedingungen oder der Wohlstand, die über unser Glücklichsein oder Unglücklichsein entscheiden - darin sind sich die Glücksforscher einig. Das Glück ist eine Privatangelegenheit, d.h. wir können es nur in uns selbst finden.
Das Empfinden von Glück ist eng verbunden mit der Frage nach dem Sinn des Lebens. Wenn wir es nicht verstehen, dem Leben und unserer Tätigkeit einen Sinn zu geben, dann entziehen wir dem Glück seine Grundlagen. Mehr dazu weiter unten.
Das Glück in uns selbst zu finden ist schwer,
es ist jedoch unmöglich, es woanders zu finden.
Der Glücksforscher Mihaly Czikszentmihalyi sieht einen Zusammenhang zwischen unserer Persönlichkeit und der Fähigkeit, Glück zu empfinden. Eigentlich nicht verwunderlich. Persönlichkeitsfaktoren wie Extrovertiertheit und ein positives Selbstwertgefühl sind von großer Bedeutung. Weitere das Glück fördernde Faktoren sind: eine stabile und harmonische Partnerschaft, Freunde und Geselligkeit.
Das Blut pulsiert schneller. Unser Herz schlägt schneller. Die Hauttemperatur steigt an, weil sich die Durchblutung verbessert. Die Muskulatur entspannt sich. Wenn wir ein Gefühl erleben, sind stets mehrere Teile unseres Gehirns beteiligt. Bei negativen Gefühlen ist eher die rechte, in frohen Augenblicken die linke Seite des Gehirns aktiv.
Es gibt wahrscheinlich eine Grundstimmung des Gehirns, die festlegt, ob wir stärker auf Negatives oder Positives reagieren. Manche Menschen haben ein starkes Übergewicht der linken Stirnhirnaktivität, manche der rechten. Die Aktivitätsmuster des Gehirn scheinen zumindest teilweise angeboren zu sein. ABER: wir können es verändern. Neue Erfahrungen verändern unser Erleben. Wir können lernen, uns an etwas zu freuen, was uns von Natur aus zuwider ist (z.B. Schärfe von Chilies).
Für das Lernen - und das Glück - ist die Wiederholung wichtig: je öfter die Neuronen angeregt werden, um so sicherer entsteht eine dauerhafte Verbindung. Das Lernen geschieht dabei automatisch. Alles, was wir wahrnehmen, fühlen und denken, verändert das Gehirn.
Die bewusste Beschäftigung mit einem Gegenstand verstärkt dessen Verankerung im Gehirn. Wahrscheinlich entfalten gute Gefühle eine umso stärkere Wirkung, je mehr wir uns mit diesen befassen. Anders ausgedrückt: je mehr wir uns glückliche Gedanken machen, umso glücklicher fühlen wir uns.
Glücksgefühle sind kein Zufall
sondern eine Folge der richtigen Gedanken und Handlungen.
Glück ist keine Glückssache. Natürlich können wir es dem Zufall überlassen, etwas zu erleben, das uns ein Glücksgefühl beschert. Wir können uns jedoch auch bewusst auf die Suche nach dem Glück machen und so die Chancen auf vermehrte Glücksmomente steigern. Hier ein paar Tipps.
1. Wir suchen ganz bewusst immer wieder die Situationen auf, in denen wir uns gut fühlen.
Mit der Zeit wird es uns immer leichter fallen, positive Gefühle ganz bewusst abzurufen und zwar alleine schon dadurch, dass wir an die Situationen denken, mit denen wir Positives verbinden.
Im Gehirn entstehen ständig neue Verbindungen zwischen den einzelnen Neuronen. Wir können quasi einen Trampelpfad zum Glück bahnen, der schließlich zu einer Autobahn wird. Entscheidend ist dabei die Wiederholung.
2. Wir ändern unsere negativen Einstellungen, so dass wir weniger häufig und weniger intensiv negative Gefühle verspüren.
3. Wir sorgen dafür, dass Glückshormone freigesetzt werden. Beispielsweise passiert das, wenn wir uns bewegen oder wenn wir Sex haben. Bewegung und Sex sind wichtige Faktoren, die guten Gefühlen den Weg ebnen. Es genügt regelmäßiges Ausdauertraining von einer halben Stunde dreimal pro Woche. Auch Tanzen ist eine wunderbare Möglichkeit, sein körperliches Wohlbefinden zu steigern.
Sport wirkt direkt auf das Gehirn. Es fördert das Wachstum und die Neubildung von Neuronen. Zudem werden durch körperliche Anstrengungen und Sex Hormone (Serotonin, Endorphin) freigesetzt, die euphorisierend wirken. Unsere Sinne vermitteln uns ein Wohlgefühl der Organe und wir können unseren Körper genießen.
4. Wir werden aktiv und suchen gezielt nach einer Aufgabe und Beschäftigung.
Bequemlichkeit bezahlen wir mit schlechten Gefühlen. Befriedigung bringt nur Aktivität. Dabei ist nicht die Art der Tätigkeit entscheidend, sondern die Tätigkeit als solche. Es kann sein, dass wir Kreuzworträtsel lösen oder gärtnern. Wichtig ist, dass wir eine Beschäftigung finden, die uns geistig und/oder körperlich fordert. Die Betonung liegt auf "fordern", d.h. Beschäftigungen, die wir mit "links" erledigen und uns einfach so von der Hand gehen, schaffen uns kein Glücksgefühl. Nur wenn wir unsere bisherigen persönlichen Leistungsgrenzen überschreiten, schaffen wir die Voraussetzung für ein Glücksgefühl. Wichtig ist auch die Vorfreude. Sie steigert das Genießen. Gute Gefühle bekommen wir, wenn wir uns Ziele setzen und daran arbeiten, sie zu erreichen.
5. Wir pflegen einen Freundeskreis. Liebe ist die einzige Kostbarkeit, die sich vermehrt, wenn man sie verschenkt. Wir sollten auf Menschen zugehen, aber die meiden, die uns unangenehm sind. Investieren Sie viel Zeit in Freundschaften und soziale Kontakte. Die glücklichsten Menschen sind die mit den besten sozialen Beziehungen.
6. Wir suchen uns positive Ziele, die uns begeistern. In Erwartung dieser Ziele schüttet das Gehirn Botenstoffe aus, die uns Lust erleben lassen.
7. Wir sorgen für Abwechslung der Genüsse, d.h. suchen bewusst nach Abwechslung.
8. Wir führen ein Tagebuch über unsere Glücksmomente und lesen die Eintragungen immer wieder durch. Dadurch lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf Glücksmomente und fühlen uns glücklich. Worauf wir uns konzentrieren, bestimmt, wie wir uns fühlen.
Die beste Strategie, um garantiert keine Glücksgefühle aufkommen zu lassen, ist, sich mit anderen zu vergleichen und diese zu beneiden. Dies führt unweigerlich und zwangsläufig zu Unzufriedenheit. Dies wusste schon Kierkegaard im 19. Jahrhundert, indem er sagte: Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
Eine ebenso wirksame Strategie besteht darin, nie mit dem zufrieden zu sein, was man hat und besitzt und immer mehr haben zu wollen. Dies garantiert uns ständige Umzufriedenheit.
Weitere Anti-Glücksstrategien finden Sie in den Saboteuren des Glücks - die perfekte Anleitung zum Unglücklichsein oder Glücklichsein, je nachdem wie man sie anwendet.
Viele von uns träumen von einem großen Lottogewinn, weil sie glauben, ein großer Batzen Geld mache sie glücklich. Dem ist auch so - jedoch nur für kurze Zeit. Untersuchungen an Lottomillionären zeigen, dass das Glücksgefühl nur etwa ein halbes Jahr anhält. Ja, bei vielen kommt es dann zu einem richtigen Glückskater, d.h. das Wohlbefinden sinkt unter den Pegel vor dem Lottogewinn. Würde Geld glücklich machen, dann müssten Menschen wie Robbie Williams überglücklich sein. Aber was lesen wir? Er ist immer mal wieder wegen Depressionen in einer Klinik und schluckt Medikamente. Geld und Ruhm machen also per se nicht glücklich.
Unter diesem Titel machte sich Annette Dittert auf die Suche nach dem Glück in verschiedenen Kulturen. Daraus entstand eine vierteilige Filmreihe über die Sehnsucht und die Suche nach dem Glück. Sie besuchte Hawaii, Indien, China und Mali, eines der ärmsten Länder der Welt. Herauskamen kleine persönliche Geschichten rund um das Glück. Mehr zum Abenteuer Glück.
Die Erkenntnis aus dieser Filmreihe: das Glück lauert an jeder Ecke dieser Welt. Wenn wir es nicht sehen, dann vielleicht deshalb, weil wir nicht dafür offen und gedanklich mit anderen (negativen?) Dingen beschäftigt sind.
© 2003-2010 Dr. Doris Wolf & Dr. Rolf Merkle - Wege zum persönlichen Glück - Tipps, um glücklich zu sein
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