Verlang von dir Perfektion.

Wie du dir mit Perfektionismus dein Leben so richtig schwer machen und dich für Krankheiten anfällig machen kannst, erfährst du in diesem Beitrag der Serie Die 33 Saboteure des Glücks. Neugierig?

Verlang von dir Perfektion.
© PAL Verlag

Lies zum Verständnis dieses Beitrags zunächst Glück – so zerstörst du es garantiert

So gehst du vor, wenn du immer perfekt sein willst

Sei nie zufrieden mit dir und deiner Leistung und überlege dir, was du noch besser machen kannst.
Überlege dir permanent, was du vergessen oder übersehen haben könntest, was deine Arbeit noch perfekter machen würde.
Eifre stets der idealen und perfekten Figur, Fitness, Partnerschaft und Ernährung nach.
Strebe das perfekte Zuhause, die perfekte Familie, die perfekte Erziehung deiner Kinder und das perfekte Aussehen an.
Unterziehe dich Schönheitsoperationen, hungere dich auf Idealgewicht, kenne und befolge penibel die Empfehlungen von Ernährungswissenschaftlern, Fitness- und Gesundheitsgurus.
Kenne alle Liebesstellungen des Kamasutra und sei stets der perfekte Liebhaber und die perfekte Liebhaberin.
Kleide dich stets nach der aktuellsten Mode und mache dir stets Sorgen, overdressed oder underdressed zu sein.
Kaufe dir jede Menge angesagte Parfüms und Deodorants, damit andere nie deinen wahren Geruch kennenlernen.
Kaufe dir einen Knigge und lass dir vorschreiben, wie du dich zu benehmen hast.
Beobachte und kontrolliere mit Adleraugen ständig dein Verhalten und ersticke alle Bedürfnisse im Keim, die dich von einem perfekten Lebenswandel abbringen könnten.
Sei hart und unerbittlich zu dir und deinem inneren Schweinehund, der dich nur zum easy-going und zu einem unbeschwerten und natürlichen Leben verführen will.
Weiche nie vom Pfad der dir selbst oder von anderen auferlegten Tugenden ab.
Mit anderen Worten: Bekämpfe jeden persönlichen Makel unerbittlich gerade so wie einen Pickel auf der Nase, und schreibe dir Perfektionismus auf deine Fahnen.

Dein Lebensmotto sollte lauten: Gut ist nicht gut genug.

Sei nie zufrieden mit dir, auch wenn du etwas sehr gut gemacht hast.
Sei perfekt darin, dir das Leben schwer zu machen, indem du alles optimieren, perfektionieren und maximieren willst.
Mit anderen Worten: Schreibe dir permanente und kompromisslose Selbstoptimierung und Selbstkontrolle auf die Fahne deines Lebens.
Sei streng mit dir und vor allem wachsam. Du könntest nämlich in einem schwachen Moment deine ehrgeizigen Pläne vergessen und so dein Projekt Perfektionismus am Ende doch noch verpfuschen.

Denk immer dran: Alles ist machbar, wenn du es dir nur stark genug vom Universum wünschst und dich genügend anstrengst.

Welchen Schaden du bei dir anrichtest, wenn du immer perfekt sein willst

Als Mr. oder Miss Perfect machst du dir dein Leben so richtig schwer. Du hast richtig viel Stress, immer die neusten Trends zu kennen. Du kannst eine Arbeit nie guten Gewissens abschließen – es könnte ja sein, dass du etwas vergessen und übersehen hast oder noch besser machen könntest. Die Angst, etwas vergessen zu haben oder einen Fehler zu machen, lässt dich schlecht schlafen und tagsüber nicht zur Ruhe kommen.

  • Du bist häufig unzufrieden mit dir, weil du deinen eigenen Ansprüchen und Zielen nie gerecht wirst.
  • Du stehst ständig unter Hochspannung, kannst dich schlecht konzentrieren und fühlst dich zunehmend ausgebrannt und leer.
  • Du lebst in der ständigen Angst, du könntest in den Augen der anderen nicht perfekt sein und deren Ansprüchen nicht zu genügen.
  • Du hast ständig Angst, dass du schwach wirst, nachgibst, deine Selbstkontrolle nicht mehr funktioniert und so dein mühsam errichtetes perfektes Leben auseinanderbricht.
  • Du verschwendest viel Geld für vermeintliche Gesundheits-, Schönheits- und Fitnessmittel, die dich jünger, fitter und gesünder aussehen lassen sollen.
  • Dein Leben ist angefüllt mit Schuldgefühlen, Selbsthass, und vermutlich sogar mit Depressionen.
  • Du siehst: Wenn du atemlos nach einer besseren Version von dir und deinem Leben strebst, dann garantiert dir dies ein wahrhaft unglückliches Leben.

Das Dümmste, was du tun kannst, wenn du weiterhin unglücklich sein möchtest, wäre, nach der Devise zu leben: "Ich gebe mein Bestes und bemühe mich, 100 Prozent zu erreichen. Das ist alles, was ich tun kann. Ich kann mich ständig verbessern und dazulernen, aber perfekt ist niemand."

Schädlich wäre es auch, wenn du dir die Einstellung starker, selbstbewusster und unabhängiger Menschen aneignen würdest, die etwa so denken:

Wichtig ist, dass ich im Einklang mit mir und meinen Bedürfnissen lebe und es mir gutgeht. Ich habe es nicht nötig, mich den Idealen und dem Diktat anderer zu unterwerfen. Meine und mein Wert hängen nur von mir ab und ich entscheide, mich so anzunehmen, wie ich bin, auch wenn ich nicht eine hundertprozentige Leistung bringe.

Mit dieser Einstellung würdest du aus dir eine unverwechselbare Persönlichkeit machen, die von anderen für ihre Unabhängigkeit und Souveränität bewundert würde.

  • Du würdest deine Arbeit gut machen, dein Bestes geben, dich aber nicht zerfleischen, wenn etwas nicht hundertprozentig läuft.
  • Du könntest nach deinem Rhythmus leben, auf deine Bedürfnisse hören und so mit dir in Frieden leben.
  • Du könntest dir ohne schlechtes Gewissen erlauben, unvollkommen, ja sogar stinknormal zu sein. Dann wüsstest du, was es heißt, zu leben.

Merke dir: Perfektionismus, perfekt sein zu wollen, ist ein Kampf gegen Windmühlen – du musst und wirst diesen Kampf verlieren, da Perfektion eine Illusion ist. 

Frustration, Stress, Burnout, Depressionen, körperliche Beschwerden, Überforderung und Ärger auf dich sind dir sicher, wenn du weiterhin Vollkommenheit von dir verlangst.

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