Genieße dein Essen mit Geist und Seele – Podcast #171

In dieser Podcastfolge sprechen Maja Günther und Claudia Morgenstern darüber, warum Essen und Emotionen zusammenhängen und wie es dir gelingt, dein Essverhalten positiv zu beeinflussen.

Genieße dein Essen mit Geist und Seele – Podcast #171
© PAL Verlag, unter Verwendung eines Fotomotivs von unsplash.com

In der heutigen Podcastfolge sprechen die Psychotherapeutin Claudia Morgenstern und die Coach Maja Günther über den Zusammenhang von Essen und Emotionen. Was spüren wir, wenn wir essen? Was geschieht in unserem Körper, wenn wir essen? Warum neigen wir dazu, mit Essen negative Gefühle und Erlebnisse ausgleichen zu wollen? Und wie können wir unser emotionales Essverhalten in den Griff bekommen und anfangen, das Essen zu genießen. Sie klären diese Fragen anhand von Erkenntnissen aus der aktuellen Neuropsychologie und ihren Erfahrungen aus der therapeutischen Arbeit und zeigen dir Methoden und Übungen für ein positives und achtsames Essverhalten.

Wie entsteht die Verbindung zwischen dem Essen und den Emotionen?

Um diese Frage zu klären, sammeln Maja und Claudia zunächst Informationen über das Essen aus unterschiedlichen Perspektiven: Das fängt damit an, dass zu essen ein menschliches Grundbedürfnis ist und auf körperlicher Ebene für uns sogar (über-)lebensnotwendig.

Essen hat darüber hinaus aber auch eine soziale Funktion: Wir teilen unser Essen und essen gerne in Gesellschaft. Mehr noch: Über das Kochen, also die Essenszubereitung für andere zeigen wir ihnen unsere Zuneigung und Liebe (Liebe geht durch den Magen!).

Und der Vorgang Essen ist eine der frühesten Verbindungen zwischen einem Baby und seinen Angehörigen bzw. den Personen, die sich um es kümmern – allen voran die Mutter. Beim Stillen und Füttern bekommt das Baby aber auch viele positive Gefühle wie Nähe, Geborgenheit, Sicherheit.

Und schließlich wird auf körperlicher Ebene durch das Essen auch unser inneres Belohnungssystem aktiviert. Nicht von ungefähr fühlt sich Essen daher mitunter auch an wie Verliebtsein (das gilt besonders fürs Essen von Schokolade, dessen Inhaltsstoff Phenylethylamin die biochemische Reaktion der Hormonausschüttung fördert).

Und: Essen ist in unserer westlichen Welt immer verfügbar. Das bedeutet, wir können aufs Essen zurückgreifen, wann immer wir wollen. Vielleicht muss das Essen, oft auch übermäßiges Essen, deshalb immer wieder zur Befriedigung unserer emotionalen Bedürfnisse und Überwindung unserer inneren Defizite herhalten.

Emotionales Essen als Kompensationsstrategie

Gefühle können auf den Magen schlagen – und umgekehrt. Denn unsere Darmbakterien haben einen Einfluss auf unsere Gefühle. Aktuelle Forschungen bestätigen eine Verbindung zwischen Bauch und Kopf: die Darm-Hirn-Achse. Sie geht in beide Richtung. Wahrscheinlich kennen es die meisten Menschen: das Frustessen. Wir essen, um negative Gefühle wie Frust, Langeweile, Stress, Einsamkeit, Trauer o. ä. zu ertragen oder besser gesagt, um uns von ihnen abzulenken.

Das Problem ist: Wenn wir das tun, essen wir, ohne Hunger zu haben. Das Ergebnis ist, dass wir uns zwar kurzfristig besser fühlen, aber wir dieses kurzfristige Wohlgefühl auf längere Sicht immer wieder brauchen, weil wir das dahinterliegende Problem ja nicht lösen. So können sich Essstörungen entwickeln, sowohl in die eine Richtung: Esssucht und Bulimie, als auch in die andere: Magersucht, Anorexie.

Was hilft gegen emotionales Essverhalten?

Im Folgenden geben dir Maja und Claudia konkrete Tipps, wie du dein Essverhalten in den Griff bekommst:

  • Geh auf Spurensuche nach deinem Essverhalten und erforsche, wann, wie und warum du isst.
  • Frage dich bei jedem Essen: Tue ich es aus Hunger oder aus einem anderen Grund? Welches Gefühl wächst in mir, wenn ich daran denke zu esse?
  • Halte dieses Gefühl aus, ohne zu essen. Was geschieht?
  • Atme dabei bewusst ein und aus und versuche so, das Gefühl über deinen Atem zu regulieren.
  • Setze feste Essenszeiten an (höchstens alle 4 Stunden) und halte dich davon ab, zwischendurch zu essen, vor allem nicht, weil du gerade nichts anderes vorhast.
  • Warte solange ab, bis sich bei dir ein echtes körperliches Hungergefühl einstellt (erweitere dazu das Intervall zwischen deinen Mahlzeiten auf beispielsweise 6 Stunden).
  • Suche nach alternativen Handlungen, um die genannten negativen Gefühle auszuhalten – etwa Spazierengehen, mit einer Freundin oder einem Freund telefonieren oder dir einen Film anschauen.

Übung: Achtsam essen

Aus dem Zen-Buddhismus kommen viele gute Anregungen für ein ausgewogenes Ess- und Ernährungsverhalten. Das reicht von der Auswahl und Zubereitung von Speisen bis zu einem bewussten Essverhalten. Macht dir dieses Wissen zunutze und vollziehe dein Essen beim nächsten Mal mit großer Aufmerksamkeit in jedem Schritt und bei jedem Bissen. Lass dir Zeit dazu, um immer auch nachzuspüren, was gerade beim Essen geschieht. Wenn du dir regelmäßig Zeit für ein achtsames Essen nimmst, wirst du schnell bemerken, wie sich dein gesamtes Essverhalten positiv verändert.


Wenn du mehr zum Thema Essen und Emotionen wissen willst, um ohne Diäten dein Wunschgewicht zu erreichen und zu halten, dann empfehlen wir dir den Ratgeberklassiker von der Psychotherapeutin und Bestsellerautorin Doris Wolf "Abnehmen und dabei genießen". Darin zeigt sie dir, dass Abnehmen Kopfsache ist und leicht gelingen kann: Mit dem von ihr entwickelten und vielfach erfolgreich angewandten Natural Weight-Programm lernst du Schritt für Schritt deinen Körper neu wahrzunehmen und wertzuschätzen – dann ändern sich schädliche Essgewohnheiten wie von selbst. Mehr Infos zum Buch und Bestellmöglichkeiten findest du im PAL Onlineshop.

Wecke deine Lebensfreude – der psychologische Podcast für mehr Zufriedenheit und innere Stabilität

Du findest alle Folgen des Podcasts hier zum Nachhören. Mehr zum Podcast selbst und über Maja und Claudia erfährst du hier.

Wie hilfreich war der Beitrag für dich?
4.74 Sterne (19 Leserurteile)

Dein Kommentar/Erfahrungsbericht

Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht, dann berichte davon und hilf so auch anderen auf dem Weg in ein zufriedenes Leben. Bitte beachte dabei unsere PAL- Nettiquette, die sich an der allgemeinen Internet-Nettiquette orientiert: Uns ist es wichtig, dass alle Inhalte, auch Kommentare und Beiträge von Leserinnen und Lesern, in respektvollem und wertschätzendem Ton verfasst sind und dem Zweck dienen, sich und andere anzuregen und weiterzubringen. Wir wollen verhindern, dass Menschen vorsätzlich verletzt bzw. Falschaussagen oder versteckte Werbungen verbreitet werden. Daher erlauben wir uns, etwaige Beiträge, die in diese Richtung gehen, zu streichen.

Bitte die zwei gleichen Bilder auswählen:

Captcha 1
Captcha 1 Overlay
Captcha 2
Captcha 2 Overlay
Captcha 3
Captcha 3 Overlay
Captcha 4
Captcha 4 Overlay
  
Inhalt des Beitrags 
 Wie entsteht die Verbindung zwischen dem Essen und den Emotionen?
 Emotionales Essen als Kompensationsstrategie
 Was hilft gegen emotionales Essverhalten?
 Übung: Achtsam essen
 Wecke deine Lebensfreude – der psychologische Podcast für mehr Zufriedenheit und innere Stabilität
Weitere Beiträge
 Der Coaching-Podcast: Wecke deine Lebensfreude – Übersicht
 Wecke deine Lebensfreude! – Podcast #1
 Bin ich auf dem richtigen Weg? – Podcast #2