Dein Leben lang zu lernen, gibt dir Lebensfreude – Podcast #188

In dieser Folge des Podcasts "Wecke deine Lebensfreude" geht es um lebenslanges Lernen – darum, wie es uns nutzt und welche Techniken uns helfen.

Dein Leben lang zu lernen, gibt dir Lebensfreude – Podcast #188
© PAL Verlag, unter Verwendung eines Fotomotivs von unsplash.com

In dieser Podcastfolge sprechen die Psychologin Claudia Morgenstern und die Coach Maja Günther über das lebenslange Lernen aus praktisch-therapeutischer, aber auch aus neuropsychologischer Sicht. Denn selbstbestimmtes Lernen kann in uns ein Gefühl von Freude und Erfüllung wecken und schützt uns vor dem altersbedingten Abbau unserer kognitiven Fähigkeiten. Wir stellen dir die drei zentralen Voraussetzungen vor, um Freude beim Lernen zu empfinden, und geben dir konkrete Lerntechniken an die Hand.

Welche konkrete Beispiele gibt es für das lebenslange Lernen?

Lebenslanges Lernen geht zentral von der Selbstbestimmtheit der oder des Lernenden aus. Das bedeutet konkret: Ich entscheide, was ich lerne und will es auch. Ich habe also eine sogenannte intrinsische Motivation für die Inhalte oder Fähigkeiten, die ich erlernen will. In diesem zentralen Punkt unterscheidet sich lebenslanges Lernen vom Lernen in der Schule, der Ausbildung oder der Arbeit.

Das wird auch an den Beispielen für lebenslanges Lernen deutlich:

  • Musikalisches Lernen, etwa ein Instrument oder Gesang
  • Gemeinsames Lernen an bestimmten emotionalen Situationen in einer (Paar-)Beziehung und sich daran weiterentwickeln – nach dem Motto: „Das passiert uns nicht nochmal!“
  • Lernen durch Erfahrungen, zum Beispiel in bestimmten beruflichen Situationen
  • Lernen von Bewegungen, beispielsweise im Tanz oder in einer Sportart, aber auch bei körperlichen Arbeiten wie Kochen, Schneiden, Fegen, Stricken – in der Wiederholung
  • Lernen durch Ausprobieren, etwa ein neues Kochrezept
  • Erlernen von Sprachen oder anderen Wissensthemen

Welchen Nutzen können wir aus dem lebenslangen Lernen ziehen?

  • Wir erweitern unseren Horizont.
  • Wir bleiben körperlich, mental und emotional beweglich.
  • Wir trainieren unser Gedächtnis – der altersbedingte kognitive Abbau verlangsamt sich. 
  • Wir erleben Sinnhaftigkeit (in unserem Sein und unseren Werten).
  • Wir spüren Freude.
  • Wir steigern unsere Motivation (intrinsische Motivation).
  • Wir fördern unser persönliches Wachstum.
  • Wir stärken unser Selbstvertrauen.

Wie funktioniert lebenslanges Lernen und warum ist es überhaupt möglich?

Das hat aus neuropsychologischer Sicht mit der sogenannten Neuroplastizität zu tun. Das ist die Fähigkeit unseres Gehirns, seine Struktur, Funktionen und synaptischen Verknüpfungen den Erfahrungen und Reizen anzupassen und von ihnen zu lernen. Diese Fähigkeit besitzen wir, wenn wir keine mentale Erkrankung wie Demenz haben, ein Leben lang. Im Alter nimmt die fluide Intelligenz, also die Fähigkeit, sich auf Neues einzustellen, ab. Dafür steigt die kristalline Intelligenz, die auf Erfahrungen basiert.

Warum kann Lernen Freude in uns auslösen und was ist dafür notwendig?

Ingeborg Schüssler, Professorin für Erwachsenenbildung an der Universität Ludwigsburg, hat drei zentrale Voraussetzungen erforscht, unter denen wir Freude beim Lernen empfinden können:

  • Das Kohärenzerleben: Wir alle haben ein Grundbedürfnis nach Sinn und Ordnung in unserem Leben. Wenn die Informationen, die wir beim Lernen aufnehmen, mit unseren Kompetenzen zusammenpassen, empfinden wir mehr Sinn und Ordnung. Dann kommen wir bestenfalls in den Flow-Zustand
  • Das Resonanzerleben: Wir alle wollen von anderen Wertschätzung und Anerkennung für unser Tun erfahren. Löst das Erlernte diese positive Resonanz aus, dann bestätigt uns das für unser Lernen und gibt uns neue Motivation, um weiterzulernen.
  • Das Kompetenzerleben: Bemerken und erleben wir, dass wir etwas durch unser Lernen auf einmal besser können, dann löst das Freude in uns aus, weil wir uns dann in unserem Entschluss, aber auch im Tun selbst sicherer fühlen.

Welche Techniken und Strategien helfen dir, ein Leben lang gut zu lernen?

Natürlich fällt es uns im Lauf des Lebens immer schwerer, Neues zu erlernen. Die nachfolgenden Techniken und Strategien können uns dabei jedoch helfen:

  • Achte darauf, praxisorientiert und strukturiert zu lernen: Praxisorientiert lernen kannst du beispielsweise nach der Feynman-Methode: Dabei erklärst du dir oder anderen das Erlernte in ganz einfachen Worten. Wenn du merkst, dass du an der ein oder anderen Stelle Hänger hast oder das Erlernte nicht einfach wiedergeben kannst, weißt du, dass du noch eine Lücke hast und kannst sie nachlernen. Strukturiert lernen kannst du nach der Mind-Map-Methode, in der du die Lerninhalte wie in einer Landkarte umeinander anordnest.
  • Wiederhole das Erlernte in unterschiedlichen Zeitabständen: Beispielsweise nach einem Tag, nach drei Tagen und nach einer Woche.
  • Versuche, dich aktiv zu erinnern. Lies ein Buch und schreib danach auf, was du vom Text noch weißt.
  • Probiere Microlearning aus: Teile den Lernstoff in kleine und kleinste Einheiten, etwa 15 Minuten in der S-Bahn lernen oder ein neues Wort pro Stunde.
  • Übe dich in problembasierten Lernen: Finde Lösungen für Probleme, etwa YouTube-Anleitungen fürs Stricken oder Fliesenverlegen.

Übung: So machst du dir einen Plan für dein nächstes Lernprojekt

Nimm dir ein Lernthema vor, das dich interessiert und mach dir einen konkreten Plan, wie du es dir aneignen oder erlernen möchtest. Frage dich dazu:

  • Wie viel Zeit kann ich realistisch für das Thema aufwenden?
  • Welcher Lerntyp bin ich und welche Art der Informationsaufnahme brauche ich? Kann ich eher mit anderen lernen und gehe deshalb einen Volkshochschul-Kurs? Kann ich gut mit digitalen Medien und hole mir deshalb die Informationen aus dem Internet? Lese ich gerne und besorge ich mir Bücher über das Thema?
  • Gestalte dir eine für dich passende Lernumgebung, zum Beispiel ein aufgeräumter Schreibtisch oder eine schöne Musik etc.

Wecke deine Lebensfreude – der psychologische Podcast für mehr Zufriedenheit und innere Stabilität

Du findest alle Folgen des Podcasts hier zum Nachhören. Mehr zum Podcast selbst und über Maja und Claudia erfährst du hier.

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Inhalt des Beitrags 
 Welche konkrete Beispiele gibt es für das lebenslange Lernen?  
 Welchen Nutzen können wir aus dem lebenslangen Lernen ziehen?  
 Wie funktioniert lebenslanges Lernen und warum ist es überhaupt möglich?  
 Warum kann Lernen Freude in uns auslösen und was ist dafür notwendig?  
 Welche Techniken und Strategien helfen dir, ein Leben lang gut zu lernen?  
 Übung: So machst du dir einen Plan für dein nächstes Lernprojekt  
 Wecke deine Lebensfreude – der psychologische Podcast für mehr Zufriedenheit und innere Stabilität  
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