Versöhnung ist immer möglich und beginnt bei dir – Podcast #179

In dieser Folge des Podcasts „Wecke deine Lebensfreude“ geht es um die Schlüssel zur Versöhnung, mit denen es gelingt, selbstwirksam zu werden und die Beziehungen im Alltag zu heilen.

Versöhnung ist immer möglich und beginnt bei dir – Podcast #179
© PAL Verlag, unter Verwendung eines Fotomotivs von unsplash.com

In der heutigen Podcastfolge sprechen die Psychologin Claudia Morgenstern und die Coach Maja Günther über Versöhnung mit anderen und uns selbst. Was geschieht in Körper und Psyche, wenn wir unversöhnt bleiben? Wie gelingt es uns, uns aufrichtig zu entschuldigen, wie können wir Entschuldigungen von anderen annehmen? Sie gehen mit dir den Prozess der Versöhnung durch und stellen dir wirksame Selbsthilfe-Techniken vor, um besser mit persönlichen Verletzungen umzugehen, einen Perspektivwechsel vorzunehmen und loszulassen, um selbst nach jahrelangem Konflikt eine Versöhnung zu erreichen.

Wie gelingt es, Versöhnung im Alltag zu leben, und was geschieht, wenn nicht?

Versöhnung ist einer der Schlüssel für eine stabile Beziehung zu anderen und zu uns selbst. In konfliktreichen Zeiten – global wie gesellschaftlich – ist es daher umso wichtiger, Versöhnung als Grundhaltung zu lernen und zu üben. Schaffen wir das, können wir einen positiven, heilenden Einfluss auf unser Umfeld haben. Wenn wir dagegen unversöhnt bleiben, dann befinden wir uns aus psychologischer Sicht in einem Stresszustand. Anspannung, Druck und negative Gefühle bleiben in uns und in der Beziehung zu anderen. Sie ist dann immer belastet und wir können das nicht klären. Auch das Depressionsrisiko steigt dadurch erheblich an.

Was ist Versöhnung genau und wie unterscheidet sie sich von Vergebung?

Um Versöhnung aktiv zu leben, müssen wir verstehen, was genau der Begriff bedeutet. Versöhnung ist nämlich kein fester Zustand, sondern ein Prozess, bei dem wir aktiv werden und eine geschädigte Beziehung – unabhängig von der Frage von Schuld und Vergebung – wiederherstellen. Konkret bedeutet das: Wenn ich Versöhnung praktiziere, lasse ich meinen Groll (meine Unzufriedenheit, meine Verletzung) los und schließe Frieden mit meinem Gegenüber oder mir selbst.

Der Unterschied zur Vergebung liegt darin, dass diese ein innerer Prozess ist, für den ich niemanden anderes brauche – nicht einmal die Person, der ich vergebe. Vergeben kann ich nur für mich. Zur Versöhnung gehören dagegen immer zwei, denn hier wird ja eine Beziehung wiederhergestellt und das kann nicht nur einer Person ausgehen. Natürlich kann ich mich auch mit mir selbst versöhnen, dann nehme ich selbst beide Rollen ein.

Wie kannst du dich mit anderen und dir selbst versöhnen?

Wenn du dich aktiv versöhnen willst, ist es wichtig, …

  • dir Zeit zu nehmen und zu geben für den Prozess der Versöhnung. Wie gesagt, eine Versöhnung geschieht nicht auf Knopfdruck. Davor muss eine Entschuldigung erfolgen, die auch angenommen werden kann. Verletzungen müssen geheilt, Schmerzen überwunden werden etc.
  • die eigenen Gefühle zu akzeptieren und dann zu regulieren. Das trifft ebenso aufs Entschuldigen wie aufs Vergeben zu. Beides löst starke Emotionen in uns aus. Es ist in Ordnung, wenn du von diesen Gefühlen eingenommen wirst. Lass sie zu. Beschäftige dich beispielsweise mit deiner Verletzung und überlege dir, was genau dich so verletzt hat und warum? Hängt das mit den Worten oder Handlungen der anderen Person zusammen oder triggert sie dich nur?
  • die Perspektive zu wechseln. In welcher Situation befindet sich mein Gegenüber? Welche Gefühle mag sie oder er haben? Was bewegt sie oder ihn? Wenn es dir gelingt, Empathie für die oder den anderen aufzubringen, ist das ein sehr hilfreicher erster Schritt zur Versöhnung.
  • zu vergeben, zu verzeihen und loszulassen. Gib vor allem deine stillen Ansprüche auf – an andere, an dich und an das Leben. Das führt in der Konsequenz auch dazu, dass wir uns vielleicht von der Beziehung selbst verabschieden müssen, wenn sie nicht mehr zu retten ist. Auch wenn das Angst machen mag – nur wenn du diesen Gedanken zulässt, kannst du dich wirklich darauf konzentrieren, dich aktiv zu versöhnen.
  • dich aufrichtig zu entschuldigen. Übernimm die Verantwortung für das, was du zum Konflikt oder zum Problem beigetragen hast. Nicht für alles, was in der Beziehung schiefläuft. Dieser erste Schritt verlangt Mut, du musst über deinen Schatten springen, aber er bringt beide weiter. Denn er befreit von Gedanken von Vergeltung oder ein Schuld-Aufwiegen.
  • die Bereitschaft zur Veränderung von beiden Seiten. Nur so können wir gegenseitig wieder Vertrauen aufbauen und die Beziehung fortführen.
     

Ist Versöhnung auch Jahre nach einem Konflikt bzw. nach jahrelangem Konflikt noch möglich?

Ein Fallbeispiels aus Claudias therapeutischer Arbeit illustriert eindrucksvoll: Ja, Versöhnung ist immer möglich und gleichzeitig auch immer die beste Chance, um die Beziehung zu verbessern oder überhaupt wieder aufzunehmen. Und selbst, wenn die Person, mit der du dich versöhnen willst, deshalb aus der Beziehung geht oder nicht mehr mit dir in Kontakt treten will, zählt, dass du es versucht hast. Denn das hilft dir, um dich mit dir selbst zu versöhnen.

Frage dich dazu: Was kann ich, was wir beide tun, wenn alte Streitigkeiten immer wieder hochkommen? Was brauchen wir beide, um dieses Kapitel endgültig abzuschließen und gemeinsam ein neues aufzumachen?


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Du findest alle Folgen des Podcasts hier zum Nachhören. Mehr zum Podcast selbst und über Maja und Claudia erfährst du hier.

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Inhalt des Beitrags 
 Wie gelingt es, Versöhnung im Alltag zu leben, und was geschieht, wenn nicht?  
 Was ist Versöhnung genau und wie unterscheidet sie sich von Vergebung?  
 Wie kannst du dich mit anderen und dir selbst versöhnen?  
 Ist Versöhnung auch Jahre nach einem Konflikt bzw. nach jahrelangem Konflikt noch möglich?  
 Wecke deine Lebensfreude – der psychologische Podcast für mehr Zufriedenheit und innere Stabilität  
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