Mit Resilienz gegen Stress – so stärkst du das Immunsystem deiner Seele – Podcast #178

In dieser Podcastfolge "Wecke deine Lebensfreude" geht es um einen wirksamen Gegenspieler von Stress: die Fähigkeit zur Resilienz. Maja Günther und Claudia Morgenstern stellen die 7 Säulen der Resilienz vor.

Mit Resilienz gegen Stress – so stärkst du das Immunsystem deiner Seele – Podcast #178
© PAL Verlag, unter Verwendung eines Fotomotivs von unsplash.com

Wer das Immunsystem seiner Seele stärkt und resilienter macht, kann besser mit Konflikten, Druck und Anspannung umgehen, kurzum mit all dem, was Stress verursacht. Die Psychologin Claudia Morgenstern und die Coach Maja Günther erklären, was Resilienz in der Psychologie bedeutet, sprechen darüber, warum es uns oft so schwerfällt, sie in uns hervorzurufen, und stellen dir die "7 Säulen der Resilienz" nach Emmy Werner vor und zeigen, wie du sie aufbauen kannst. Am Ende geben sie dir eine einfache Gedankenübung mit auf den Weg: "Ich packe meinen Resilienzkoffer."

Was bedeutet Resilienz und warum ist sie so wichtig für uns?

Der Begriff Resilienz kommt eigentlich aus der Materialwissenschaft und beschreibt die Fähigkeit von bestimmten Materialien und Stoffen, nach Belastung oder Verformung wieder in die ursprüngliche Form zurückzugehen. Ein anschauliches Beispiel ist ein Schwamm, der wieder in seine ursprüngliche Form geht, auch wenn man ihn komplett zusammendrückt. 

Resiliente Menschen haben die Fähigkeit, nach einer Belastung oder Krise wieder in einen normalen Zustand zurückzufinden. Resilienz kann also als unsere innere Widerstandsfähigkeit oder auch als das Immunsystem unserer Seele bezeichnet werden.

Die gute Nachricht ist: Resilienz ist nicht angeboren, wir können sie uns in jeder Phase unseres Lebens aneignen und wachsen. 

Um diesen Prozess zu verdeutlichen, können wir uns an die Krisen unserer Jugend erinnern, etwa den ersten Liebeskummer. Dachten wir damals, unsere Welt ginge unter, können wir heute, mit einigen Jahren Abstand, meist darüber lachen. Der Grund: Wir haben gelernt, mit solchen Krisen umzugehen.

Was macht es vielen so schwer, an ihrer Resilienz zu arbeiten?

Die Fähigkeit von Resilienz wirkt gegen Belastungen, Druck, Konflikte – kurzum, gegen alles, was uns stresst. Doch um Resilienz zu entwickeln müssen wir im ersten Schritt herausfinden, was uns genau stresst. Viele Menschen fällt diese Wahrnehmung nicht leicht und sie treffen falsche Schlussfolgerungen. Etwa dass sie ihren Stress auf das Arbeitspensum schieben, obwohl sie eigentlich unzufrieden mit ihrer Arbeit sind oder sich gegen Kollegen oder die Chefin nicht abgrenzen können. Reduzieren sie dann ihre Arbeit, werden sie den Stress nicht los und es gelingt ihnen auch nicht, innere Widerstandsfähigkeit aufzubauen. 

Der erste Schritt auf dem Weg zu mehr Resilienz ist herauszufinden, was dir wirklich Stress verursacht. Maja und Claudia verdeutlichen diesen Schritt anhand von Fallbeispielen aus ihrer therapeutischen Praxisarbeit.

Was kann uns Stress verursachen?

Gründe für innere Unruhe und Anspannung gibt es viele. Hier einige Beispiele:

  • Arbeitsüberlastung
  • Erfolgsdruck von innen (eigene Erwartungen) oder von außen (Vorgesetzte, privates Umfeld)
  • Spannungen (vor allem länger andauernde)
  • Soziale Überlastung durch Konflikte, Pflege oder zu viele soziale Verpflichtungen
  • Emotionale Abhängigkeiten
  • Unzufriedenheit mit einer Aufgabe
  • Soziale Isolation, Ablehnung und Ausgrenzung, Einsamkeit
  • Sorgen und Zukunftsängste

Die 7 Säulen der Resilienz und wie wir sie für uns aufbauen können

Dieses Modell geht zurück auf eine Studie der US-amerikanischen Psychologin Emmy Werner, die sie 1955 mit hawaiianischen Kindern durchgeführt hat, die unterschiedlichen Risikofaktoren ausgesetzt waren. Die Mehrzahl von ihnen entwickelten sich nicht so gut wie Kinder, die in einem risikoarmen Umfeld aufwuchsen. Aber etwa ein Drittel von ihnen schienen die Risikofaktoren nichts anzuhaben. Sie zeigten sich resilient. Emmy Werner forschte nach den Gründen dafür und entwickelte daraus die 7 Säulen der Resilienz. Wir stellen sie dir vor und geben konkrete Vorschläge, wie du sie aufbauen kannst.

Akzeptanz:

annehmen, was ist und sich fragen, was veränderbar ist und was nicht. Ein Beispiel ist, eine Einschränkung zu akzeptieren. Nicht jede Idee kann umgesetzt werden, auch erleben wir immer wieder soziale und körperliche Einschränkungen. Was kannst du trotzdem noch erreichen? Wie kannst du deine Situation anpassen?

Optimismus:

der Blick aufs Positive. Das Glas kann immer auch als halbvoll angesehen werden. Ein Perspektivenwechsel kann helfen, die Situation in einem besseren Licht zu sehen und so Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen.

Lösungsorientierung:

Lösungswege finden für Herausforderungen und Probleme, die beeinflussbar sind. Wenn du zum Beispiel unzufrieden im Job bist, frage dich, wie du einen Ausweg aus dieser Situation finden kannst. Was kann dein Beitrag sein? 

Zukunftsorientierung:

Schritt für Schritt vorangehen. Setze dir Ziele und frage dich, was du jetzt verändern kannst, um eine bessere Zukunft zu gestalten.

Selbstwirksamkeit:

das Bewusstsein, die Zügel in der Hand zu haben. Gehe raus aus der Opferrolle und vertraue deinen eigenen Stärken. Und dann leg los.

Netzwerkorientierung:

Wer kann helfen? Du darfst Hilfe von anderen annehmen. Frage dich, wer dich bei was unterstützen kann.

Eigenverantwortung:

die eigenen Gefühle regulieren und sich reflektieren. Nimm dich selbst ernst, mit allen deinen Gefühlen und Bedürfnissen, und schaff dir deshalb einen Raum für dich im Sinne der Selbstfürsorge.
 

Übung: Packe deinen persönlichen Resilienzkoffer

Sicher kennst du das Kinderspiel "Ich packe meinen Koffer". So ähnlich funktioniert auch diese Übung. Packe deinen Koffer mit all dem, was dir innere Widerstandskraft gibt. Und merke dir, was darin ist.

Frage dich dazu: 
•    Wer ist in meinem Netzwerk?
•    Welche Ressourcen bringe ich mit?
•    Welche positiven Gedanken können mir helfen?
•    Was sind meine Ziele?

Wecke deine Lebensfreude – der psychologische Podcast für mehr Zufriedenheit und innere Stabilität

Du findest alle Folgen des Podcasts hier zum Nachhören. Mehr zum Podcast selbst und über Maja und Claudia erfährst du hier.

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Inhalt des Beitrags 
 Was bedeutet Resilienz und warum ist sie so wichtig für uns?  
 Was macht es vielen so schwer, an ihrer Resilienz zu arbeiten?  
 Was kann uns Stress verursachen?  
 Die 7 Säulen der Resilienz und wie wir sie für uns aufbauen können  
 Übung: Packe deinen persönlichen Resilienzkoffer  
 Wecke deine Lebensfreude – der psychologische Podcast für mehr Zufriedenheit und innere Stabilität  
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