Mach Dankbarkeit und Demut zu deinen Wegweisern – Podcast #186

In dieser Folge des Podcasts "Wecke deine Lebensfreude" geht es darum, wie wir mehr Dankbarkeit und Demut entwickeln können und dadurch ausgeglichener werden.

Mach Dankbarkeit und Demut zu deinen Wegweisern – Podcast #186
© PAL Verlag, unter Verwendung eines Fotomotivs von unsplash.com

In dieser Podcastfolge sprechen die Psychologin Claudia Margenstern und die Coach Maja Günther darüber, wie wir unseren Blick öfter von den Dingen weglenken und dafür mehr Dankbarkeit und Demut emfinden können. Sie klären, warum sie Schlüsselelemente der Positiven Psychologie sind und was sie miteinander zu tun haben. Was bringen sie uns für unsere zwischenmenschlichen Beziehungen und unsere seelische Zufriedenheit? Dazu stellen dir Maja und Claudia Reflexionsfragen und Übungen aus ihrer therapeutischen Arbeit vor, die dir helfen, auch für die kleinen Dinge dankbar zu sein und sie zu achten.

Darum sind Dankbarkeit und Demut als Schlüsselelemente der Positiven Psychologie

Im Alltag beschäftigen wir uns in der Regel mehr mit Einflüssen und Ereignissen, die uns belasten, daher müssen wir bewusst und aktiv Raum schaffen für Dankbarkeit und Demut. Doch warum ist das notwendig? Die Positive Psychologie, die in der Mitte des letzten Jahrhunderts von den USA aus auch Eingang in unsere Gesellschaft gefunden hat, sieht diese beiden inneren Einstellungen als wesentlich, um aus dem Kreislauf des sogenannten Negativity Bias, also der Fokussierung auf schlechte Nachrichten, Gefahren, Ängste und mehr auszubrechen. Beispielsweise, indem wir uns regelmäßig, bestenfalls täglich fragen: Wofür bin ich dankbar? Dabei sind Dankbarkeit und Demut eng miteinander verbunden.

Die Psychologie der Dankbarkeit: Ihre Wirkung auf Geist und Seele

Dankbarkeit zu empfinden, reduziert negative Gefühle. Denn es lenkt den persönlichen Fokus weg vom Gefühl des Mangels und hin auf das, was bereits da ist und was wir haben. 

Dankbarkeit zu empfinden, hilft auch beim Abbau von Druck und Stress. Damit können wir uns aus der "Immer mehr"-Falle befreien (oder gar nicht erst reintappen), sondern zufrieden sein mit dem, was ist und wie es ist.

Wofür können wir dankbar sein?

  • Für unsere Beziehungen, denn sie stärken uns. Hier geben dir Claudia und Maja ein Fallbeispiel aus ihrer Beratungspraxis.
  • Für unsere Erfahrungen: die guten sowieso, aber auch die schlechten, denn beide können uns zu Lehrmeistern werden lassen.
  • Für unseren Körper, weil er uns durchs Leben trägt, und unsere Gesundheit, weil wir, "solange wir leben, mehr gesunde Zellen in uns tragen als kranke." (frei nach dem Arzt und Achtsamkeitspionier Jon Kabat-Zinn).
  • Für die Natur, die uns umgibt und aus der wir täglich schöpfen (Nahrung, Wasser, Luft)

Die Psychologie der Demut: Was zeichnet sie aus?

Anders als Dankbarkeit, die wir wie ein Gefühl empfinden können, ist Demut mehr eine innere Haltung. Das bedeutet aber auch, dass Demut nicht allein in uns und durch uns allein entstanden ist. Demut entwickelt sich durch Ereignisse im Außen und auch durch die gesellschaftliche Prägung. So sind sicher die meisten von uns von imposanten Gebäuden beeindruckt, von großen Naturschauspielen oder dem Blick ins Weltall, denn sie machen deutlich, dass sie im Vergleich dazu eher unbedeutend sind. 

Willst du eine demütige Haltung praktizieren, frage dich: 

  • Wie ist dies oder jenes entstanden?
  • Wer, außer mir, hat dazu beigetragen?

Psychologisch gesehen ist Demut für uns so wertvoll, weil sie uns von der "Ich-Zentrierung" weglenkt. Sind wir demütig, nehmen wir uns selbst nicht mehr so wichtig und ordnen die Geschehnisse in ein großes Ganzes ein. Dadurch verlieren sie auch oftmals ihre Schwere. Demut hilft uns auch zu sehen und wertzuschätzen, was andere dazu beigetragen haben, was da ist. Das stärkt unser Wir-Gefühl, unsere Verbundenheit und nicht zuletzt unsere Dankbarkeit anderen gegenüber. Und dadurch verstehen wir auch uns selbst als Teil des großen Ganzen.

Was kann uns dabei im Weg stehen, mehr Dankbarkeit und Demut zu entwickeln?

Der Dankbarkeit kann Selbstmitleid, Jammern, Vergleichen und Anspruchsdenken im Weg stehen. Der Demut kann eine Ich-Zentrierung, ein Sich-selbst-zu-wichtig-Nehmen im Weg stehen, und dass wir alles für selbstverständlich halten.

Um dich dich von diesen Gedanken zu befreien, kannst du eine Methode aus der Psychotherapie anwenden: die paradoxe Intervention. Frage dich dazu: Was muss ich tun, um ein Gefühl von Dankbarkeit oder Demut zu vermeiden? Damit machst du dir mit Abstand deutlich, was dich davon abhält und wie ungünstig das Verhalten für dich ist.

Übung: Erstelle dein Dankbarkeitstagebuch

Notiere dir über einen längeren Zeitraum jeden Tag mindestens (!) drei Dinge, für die du dankbar bist. Frage dich zudem: Was hat mich beeindruckt, was gefreut? Und wer außer mir hat dazu beigetragen? 

Ein Beispiel: "Ich bin dankbar für meinen Cappuccino am Morgen. Ich erfreue mich jeden Tag schon an seinem Geruch, an der schönen Zeichnung im Schaum und natürlich am Geschmack, denn er wärmt mich von innen und macht mich wach. Und ich danke meiner Partnerin bzw. meinem Partner dafür, dass sie bzw. er ihn mir jeden Morgen macht. Und der Kaffeepflanze, die die Bohnen erzeugt, den Bauern, die sie ernten, den Röstern, die ihn fertigstellen und dem Café, bei dem ich den guten Kaffee kaufen kann. Aber auch den Kühen, den Milchbauern …"


Ein Tipp: Im PAL-Verlag sind gleich zwei Tagebücher erschienen, mit denen du Dankbarkeit und Demut aktiv in deinem Alltag praktizieren kannst. Das Dankbarkeitstagebuch "Ein Kurs in Dankbarkeit" und das "Lebensfreude-Tagebuch". Viel Freude beim Aussuchen und Loslegen.

Wecke deine Lebensfreude – der psychologische Podcast für mehr Zufriedenheit und innere Stabilität

Du findest alle Folgen des Podcasts hier zum Nachhören. Mehr zum Podcast selbst und über Maja und Claudia erfährst du hier.

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Inhalt des Beitrags 
 Darum sind Dankbarkeit und Demut als Schlüsselelemente der Positiven Psychologie  
 Die Psychologie der Dankbarkeit: Ihre Wirkung auf Geist und Seele  
 Wofür können wir dankbar sein?  
 Die Psychologie der Demut: Was zeichnet sie aus?  
 Was kann uns dabei im Weg stehen, mehr Dankbarkeit und Demut zu entwickeln?  
 Übung: Erstelle dein Dankbarkeitstagebuch  
 Wecke deine Lebensfreude – der psychologische Podcast für mehr Zufriedenheit und innere Stabilität  
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