Einfach mal machen! – Podcast #192

In dieser Folge des Podcasts "Wecke deine Lebensfreude" geht es um den Zusammenhang zwischen unseren Erfahrungen und unseren Gefühlen.

Einfach mal machen! – Podcast #192
© PAL Verlag, unter Verwendung eines Fotomotivs von unsplash.com

Erlebnisse und Erfahrungen lösen in uns Gefühle aus – positive, aber auch negative. Wenn wir sie nicht an- oder ernst nehmen, geraten wir leicht aus dem seelischen Gleichgewicht. In dieser Podcastfolge erklären die Psychologin Claudia Morgenstern und die Coach Maja Günther die wissenschaftlichen Zusammenhänge von Gefühlen, Gedanken und Verhalten. Und sie zeigen anhand von Fallgeschichten, warum es dir guttut, sie in Einklang zu bringen (Kongruenzerleben) und wie dir das mit einer einfachen Übung gelingt.

Erkenntnisse aus der Hirnforschung: Wie beeinflussen unsere Gedanken und Gefühle unser Verhalten?

Wenn wir beispielsweise ein stimmiges Gefühl bei einem Erlebnis haben, dann lässt sich dieses Phänomen auch neuropsychologisch in unserer Hirnanatomie belegen. Denn in unserem limbischen System, das ist eine bestimmte Region in unserem Gehirn, nahe der Schläfenlappen angesiedelt, treffen wir emotionale Bewertungen. Das geschieht etwa, wenn wir uns an einem bestimmten Ort wohlfühlen oder nicht. Dabei werden Reize von außen bearbeitet und das limbische System setzt vegetative bzw. körperliche Reize frei, sodass wir uns gut fühlen oder entspannen. 

Einen Ausgleich dazu schafft unser präfrontaler Kortex, der in den Stirnlappen unseres Gehirns angesiedelt ist und für die Vernunft und das rationale Denken zuständig ist. Er hilft uns beispielsweise Vor- und Nachteile im Vorfeld einer Entscheidung abzuwägen oder Probleme zu lösen und befähigt uns auch dazu, über unsere Zukunft nachzudenken. 

Im MRT (Kernspintomographie oder Gehirnscan) lässt sich gut erkennen, dass der präfrontale Kortex über Nervenbahnen mit dem limbischen System verknüpft ist. Mehr noch, man sieht, dass der präfrontale Kortex das limbische System zu dirigieren versucht. Doch letztlich sind sich Wissenschaftler:innen, wie der kürzlich verstorbene Bremer Hirnforscher Gerhard Roth, einig, dass nicht die Vernunft die Gefühle lenkt, sondern umgekehrt die Gefühle die Vernunft – auch wenn uns das nicht immer bewusst ist. Das führt aber auch dazu, dass wir bei komplexen Entscheidungen immer stark auf unser Erfahrungswissen bauen – oft mehr als auf unser rationales Wissen –, weil wir dadurch zu einer Durchschnittsbeurteilung der Situation kommen. Das ist auch gemeint, wenn wir von Intuition sprechen oder davon, ein Gefühl für etwas zu bekommen.

Kongruenzerleben: Wie können wir unsere Gedanken, Gefühle und unser Verhalten in Einklang bringen?

  • Wenn wir nur unseren Gedanken folgen, dann können wir leicht ins Grübeln verfallen (Overthinking). Das erleben wir oft bei Klientinnen und Patienten, die von einer problematischen Situation berichten und dabei nur über die Fakten sprechen. Sie sind nicht an ihr Gefühl angebunden und machen deshalb keine nachhaltigen Erfahrungen. 
  • Wenn wir nur unseren Gefühlen folgen, können wir uns in sie hineinsteigern (Hyperemotionalität, z. B. die Angst vor der Angst) und verlieren den Bezug zur Situation an sich und den Werten, die damit verbunden sind.
  • Ein Ausweg ist, ins Tun zu kommen, Erlebnisse zu suchen – kurzum: Einfach mal zu machen. Wir können uns nicht verhalten, ohne ein Gefühl dazu zu entwickeln und uns Gedanken darüber zu machen. 

Wenn Gedanken, Gefühle und Verhalten zusammenpassen oder nahe beieinander liegen, dann fühlen wir uns im Einklang. Carl R. Rogers, der weltbekannte US-amerikanische Verhaltenstherapeut und Begründer der humanistischen Psychologie, nannte das Kongruenzerleben.

Übung: Beobachte dein Kongruenzerleben

Beobachte dich bewusst im Alltag und frage dich:

In welchen Situationen sind dein Denken, Fühlen und Verhalten im Einklang, wann nicht? Was sind die Ursachen dafür? Gibt dein Denken oder dein Fühlen den Ton an? Was brauchst du für dein Kongruenzerleben? Wer kann dir dabei helfen?

Wecke deine Lebensfreude – der psychologische Podcast für mehr Zufriedenheit und innere Stabilität

Du findest alle Folgen des Podcasts hier zum Nachhören. Mehr zum Podcast selbst und über Maja und Claudia erfährst du hier.

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Inhalt des Beitrags 
 Erkenntnisse aus der Hirnforschung: Wie beeinflussen unsere Gedanken und Gefühle unser Verhalten?  
 Kongruenzerleben: Wie können wir unsere Gedanken, Gefühle und unser Verhalten in Einklang bringen?  
 Übung: Beobachte dein Kongruenzerleben  
 Wecke deine Lebensfreude – der psychologische Podcast für mehr Zufriedenheit und innere Stabilität  
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