Folge 11: Wie kannst du mit Kritik besser umgehen?

Folge 11 des inspirierenden Life-Coaching-Podcasts von und mit Maja Günther

Folge 11: Wie kannst du mit Kritik besser umgehen?
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Folge 11: Wie kannst du mit Kritik besser umgehen?

Wie du lernen kannst, Verletzungen zu überwinden und dich zu verändern

In diesem Beitrag geht es darum, wie wir mit Kritik von anderen besser umgehen können. Bei Kritik an sich gibt es mehrere Möglichkeiten. Sie trifft zu. Sie trifft teilweise zu, oder sie trifft gar nicht zu. Da es aber immer weh tut, wenn wir kritisiert werden, können wir oft nicht mehr unterscheiden was davon zutrifft, was und wieviel wir annehmen wollen und was wir dann schließlich auch umsetzen und verändern wollen.

Deshalb ist es zunächst wichtig, die eigene Verletzung zu überwinden, damit wir wieder klar denken und handeln können. 

Im Moment der Kritik steht das Gefühl im Vordergrund. In dieser Situation ist es schwer eine Entscheidung mit dem Verstand zu treffen. Vermutlich würden wir aus einer Emotion heraus entweder „zurückschlagen“ und etwas sagen, was uns später leidtut. Oder wir könnten die wahren Momente der Kritik nicht annehmen, weil wir uns aus der Verletzung heraus gänzlich gegen sie wehren. In beiden Fällen wäre die Kritik umsonst gewesen. Sie hätte nichts verbessert, sondern uns im Zweifel nur weiter von der Person entfernt, die sie uns entgegengebracht hat. 

Kritik kann helfen. Sie kann ein Anstoß für uns sein, uns weiter zu entwickeln und etwas zu verändern. Manchmal kann es gut sein, eine Art Korrektiv von außen zu haben. Wir sind ja schließlich ziemlich nah an uns selbst dran und haben deshalb, was unser eigenes Verhalten betrifft, den ein oder anderen blinden Fleck. Da kann es sehr hilfreich sein, eine andere Perspektive zu bekommen. 

Um die Gefühle, die wir mit Kritik verbinden, klären zu können, müssen wir sie genauer betrachten. Es gibt zwei Gründe, warum bei uns schlechte Gefühle im Moment der Kritik ausgelöst werden können. Zum einen die Art und Weise, wie sie geäußert wird. Und zum anderen der Inhalt der Äußerung. Auf jeden Fall müssen wir erst Abstand bekommen, um einen Zustand emotionaler Stabilität wieder herstellen zu können. 

Kennst du das auch? Du wirst kritisiert und du hast plötzlich das Gefühl, es zieht dir den Boden unter den Füßen weg. Die Kritik trifft dich bis ins Mark. Du bekommst zittrige Knie, bist innerlich aufgewühlt, verletzt, du gerätst aus dem Gleichgewicht. Tausend Gedanken schwirren in deinem Kopf und du fühlst dich angegriffen und hilflos zugleich. Alle schlagfertigen Argumente sind aus deinem Kopf verschwunden. Du weißt nicht mehr, was du sagen sollst, weil du so sehr um Haltung ringst. Oder du bist so getroffen, dass du direkt in einen Gegenangriff übergehst und verbal drauf losfeuerst mit dem Ziel, den anderen genauso zu treffen, wie er dich getroffen hat. Du musst Wut ablassen. Du möchtest dein Gesicht wahren.

In solchen Momenten sind wir kaum in der Lage objektiv zu beurteilen, was von der Kritik vielleicht berechtigt war. Wir sind in einem emotional schlechten Zustand. Neutralität, klares Denken und besonnenes Handeln wird hier schwierig oder unmöglich. 

Wie können wir in solchen Momenten unsere Fassung zurückgewinnen, uns sammeln und beruhigen? Was du immer tun kannst, ist, Zeit zu gewinnen. Sag deinem Gegenüber so etwas wie: „Ich nehme das zur Kenntnis. Jetzt brauche ich erst einmal Zeit. Ich muss darüber nachdenken. Ich muss das für mich sortieren. Ich muss den Wahrheitsgehalt überprüfen.“ Finde deine Worte, um auszudrücken, dass du jetzt nicht sofort darauf reagieren wirst. Selbst wenn es sich um die Kritik deines Vorgesetzten in einem Mitarbeitergespräch handelt, reagiere nicht sofort, sondern bitte um ein weiteres Gespräch. Überlege dir, wie viel Zeit du brauchst, um das zu verdauen. 

Dann tust du etwas für dich. Geh an die frische Luft. Atme tief durch. Mach eine Pause. Geh in den Park, in die Natur. Oder lauf eine Runde um den Block. Mach etwas, das dich zur Ruhe kommen lässt. Versuche dich körperlich zu entspannen. 

Wenn es dir körperlich besser geht, dann rufe dir in Erinnerung, was gut ist an dir und deinem Leben und was unbedingt so bleiben soll. Nimm die Kritik wie eine Münze, die zwei Seiten hat, eine kritische und negative und eine hilfreiche und gute Seite. Und schaue dir erst die hilfreiche Seite an. Was siehst du da. Und was trifft auf dich zu, das dir weiterhilft. Was kannst du? Was zeichnet dich aus. Du bist ein fantastischer und wertvoller Mensch. Die Kritik trifft nur einen kleinen Teil aus deinem Leben. Du bist deshalb kein schlechterer Mensch, sondern jemand ist mit einem Teil deines Verhaltens nicht ganz einverstanden. 

Jetzt überlege dir, ob es bei der Verletzung die du in der Kritik wahrgenommen hast um die Art und Weise geht, wie du kritisiert wurdest, oder ob es um den Inhalt des Geäußerten geht. 

Wenn es um die Art und Weise geht, ist das die Schwäche des anderen, der offensichtlich nicht viel von einem wertschätzenden Umgang versteht. Wir können andere nicht verändern. Wir können kein Wunschprogramm einstellen, wie sie sich uns gegenüber verhalten sollen. Du kannst dich aber davor schützen, indem du dich distanzierst. Du kannst dich darüber freuen, dass du selbst mehr auf andere achtgibst und wertschätzender bist. Du kannst dem anderen auch sagen, dass du mit der Kritik an sich kein Problem hast, dass du dir aber einen anderen Umgang wünschen würdest.

Wenn es um den Inhalt geht, dann kannst du dir, nachdem du Abstand gewonnen und dich wieder gesammelt hast, überlegen, was davon zutrifft und dich in Zukunft weiterbringen kann. Betrachte es als Hilfe. Du kannst bei dir nicht alles sehen. Du hast blinde Flecke und du bist dem Menschen wichtig, der dich kritisiert. Er möchte dir vielleicht nur helfen. Am Ende liegt die Entscheidung was du annimmst ausschließlich bei dir. Nur du kannst entscheiden, was du davon gebrauchen kannst in deinem Leben.

Auch wenn es sich manchmal so anfühlt, als würdest du im Ganzen ins Wanken geraten, so trifft Kritik immer nur einen verschwindend kleinen Teilbereich deines Lebens. Da ist noch viel mehr, das dich gut und wertvoll macht. Ich wünsche dir, dass dir das in jedem schwierigen Moment bewusst ist und dass irgendwann Kritik nur noch ein kurzes Fingerzucken bei dir auslöst. 

Deine Maja Günther

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