Der Coaching-Podcast, Folge 58: Die zwei Seiten von Besitz

Folge 58 des inspirierenden Coaching-Podcasts von und mit Maja Günther, in der sie sich der Frage widmet, warum uns Besitz innerlich bindet und wie wir uns davon befreien können. Mit wertvollen Denkanstößen, wie du dein Bewusstsein dafür schärfen kannst, was essenziell ist.

Der Coaching-Podcast, Folge 58: Die zwei Seiten von Besitz
© PAL Verlag, unter Verwendung eines Fotos von unsplash.com

In dieser Podcastfolge geht es darum, das Bewusstsein zu schärfen für das, was wir besitzen und das, was wir brauchen. Es geht um die Frage, was uns Besitz bringt und wie er uns auch binden kann. Sind wir wirklich freier, wenn wir alles haben? Oder ist manchmal weniger mehr? Wie sieht es mit dem Unterschied zwischen innerer und äußerer Freiheit aus?

Besitz ist relativ

Natürlich können die meisten Menschen sich nicht alles leisten, was sie gerne hätten. Besitz ist relativ. Der eine fühlt sich reich, wenn er ein Dach über dem Kopf hat, der andere, wenn er viele Autos in der Garage hat. Dennoch würden die meisten von uns, egal wie viel sie sich leisten können, gerne genau das besitzen, was sie nicht haben. Allein die Verhältnisse verschieben sich, je nachdem, wie dick der Geldbeutel ist. Insofern betrifft die Frage, ob Besitz uns freier leben lässt, jeden von uns.

Kennst du auch folgende Situation? Du wünschst dir etwas schon lange und hast vielleicht darauf gespart, um es dir irgendwann kaufen zu können. Dann leistest du es dir und genießt es anfangs jeden Moment in vollen Zügen. Mit der Zeit wird das, was du dir geleistet hast, zur Selbstverständlichkeit und nicht selten entsteht bald schon der nächste Wunsch nach etwas Neuem. Auch wenn uns das Besitzen erst einmal Freude und Glücksgefühle bereitet, sind sie oft nicht sehr nachhaltig. Je nachdem, was wir uns gekauft haben, müssen wir uns auch darum kümmern. Besitz kann uns auch binden oder verpflichten.

Besitz nimmt Raum in deinem Leben ein

Vielleicht hast du auch schon einmal erlebt, dass du eine Zeit lang mit wenig auskommen musstest. Du bist in einen Urlaub gefahren und hast nur ganz wenig mitgenommen. In dieser Zeit hast du festgestellt, dass du mit wenig auch zurechtkommst und mehr noch, dass es sehr befreiend sein kann, nicht viel dabei zu haben. Vermutlich entsteht das Gefühl von Freiheit oder auch Entlastung dadurch, dass du dich um wenig kümmern musst, wenn du wenig hast.

Alles, was wir besitzen, nimmt in irgendeiner Form Raum ein. Innerlich, weil wir uns damit beschäftigen und darüber nachdenken. Äußerlich, weil Dinge irgendwo ihren Platz brauchen oder verstaut werden müssen. Deshalb ist es auch so befreiend, ab und zu auszusortieren.

Besitz beeinflusst deine Gefühle

Es gibt noch einen weiteren Aspekt, wenn es um Besitz geht. Etwas zu haben löst gute Gefühle in uns aus. Es sind kurzfristige Glücksgefühle, die wie eine Belohnung funktionieren. Der Anlass für das gute Gefühl kommt von einer Bedürfnisbefriedigung im Außen. Dazu haben wir aber immer auch unsere eigene Grundstimmung und die ist von vielen Faktoren abhängig. Hier kommt hinzu, in welcher Situation wir uns befinden, wie es uns körperlich und seelisch geht, wie unsere Lebensumstände gerade sind und vieles mehr. Diese Grundstimmung kann zwar ebenfalls durch Besitz kurzfristig gebessert werden, langfristig jedoch kann sie nicht durch Besitz verändert werden.

Wie ist deine Grundstimmung?

Vielleicht kennst du Situationen in denen du hoffst, dass sich deine Grundstimmung ändert, wenn du im Außen etwas veränderst, und du stellst voller Enttäuschung fest, dass du dich nicht besser fühlst. Es kann sein, dass du von einem größeren Haus geträumt hast. Du hast es geschafft und bist umgezogen und stellst nach einer Weile fest, dass du darin nicht glücklicher bist. Oder du bist aus der Stadt aufs Land gezogen und fühlst dich entgegen deiner Erwartung nicht viel anders. Oder du hast dir etwas gegönnt, ein Kleid, Schmuck oder ein neues Auto und merkst, dass es an deiner eigentlichen Stimmung wenig ändert.

Ich will damit nicht sagen, dass es nie etwas ändert. Es gibt auch nachhaltige Veränderungen des Gefühls beim ein oder anderen, wenn er aufs Land oder in ein größeres Haus zieht. Es sind Beispiele, mit denen ich zeigen möchte, dass wir nicht vergessen sollten, uns bei jedem neuen Besitz zu fragen, wie unsere derzeitige Grundstimmung ist und woher sie kommt. Wenn es ein inneres Bedürfnis von jemandem ist, auf dem Land zu leben und er ein Landmensch ist, kann das die Erfüllung sein. Es ist nicht immer leicht zu trennen, welches Bedürfnis von innen herauskommt, und wo wir uns ablenken lassen von einer Vorstellung, die wir haben, die aber nichts mit unseren eigentlichen Bedürfnissen zu tun hat.

Welche Bedürfnisse hast du?

Hier ein paar Fragen und Denkanstöße, mithilfe derer du überprüfen kannst, ob das Bedürfnis ein echtes inneres Bedürfnis ist, dessen Erfüllung etwas an deiner Grundstimmung ändert:

  • Kommt der Wunsch nach dem Besitz oder der Veränderung, um die es hier geht, von mir?
  • Oder kenne ich jemanden, der genau das gemacht hat und jetzt zufriedener ist, und ich habe mir denjenigen zum Vorbild gemacht?
  • Wenn ja, was unterscheidet mich grundsätzlich von diesem Menschen?
  • Wenn nein, wie ist der Wunsch in mir entstanden?
  • Was genau soll sich verändern?

Finde heraus: Welche Wünsche kommen von innen, welche von außen?

Nimm dir Zeit, herauszufinden, welche Bedürfnisse du hast und versuche dich so wenig wie möglich mit anderen zu vergleichen. Stelle dir die folgende Frage: Angenommen, ich besitze meinen Wunschgegenstand, was ist dann anders? Was ist dann da?

Gleiche die Ergebnisse mit deinen inneren Bedürfnissen ab und frage dich, ob du es wirklich brauchst. Mit der Zeit wirst du ein Gefühl dafür bekommen, welche Wünsche aus einem inneren Bedürfnis und welche von außen kommen.

Ich wünsche dir, dass du deine Bedürfnisse identifizieren und erfüllen kannst und dich nachhaltig gut und glücklich fühlst.

Deine

Maja Günther

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 Wie ist deine Grundstimmung?
 Welche Bedürfnisse hast du?
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